schmecken

[die kleinen weißen luder]*

es gibt bälle und es gibt bälle.

ein guter freund und sein sohn machen seit neustem aus alten golfbällen kleine figuren die auf eine gewisse art „niedlich“ 😉 sind.

das brachte mich dazu mal was klar zustellen.

gutes golfen hat ’nichts‘ mit einem sauberen, natürlichen schwung (was ja eigentlich schon mal ein widerspruch an sich ist), oder dem richtigen (sprich teuren) schlägermaterial, oder gar in der richtigen einstellung zu spiel zutun…alles quatsch!

ein gutes spiel, liegt ausschließlich und allein am golfball. 😉
einzig dieses kleine, unintelligente, mit beulen (dimpel) übersäte runde plastikei entscheidet darüber, ob eine runde gelingt, oder nicht.

es muss so sein. wie sonst wäre es zu erklären, dass so manche nagelneuen bälle gerade mal einen oder zwei schläge durchhalten, bevor sie in einem paralleluniversum sprich hindernis verschwinden, während alte, viel erprobte kugeln eine treue an den tag legen, die ihres gleichen sucht. es hängt sicherlich damit zusammen, dass solche veteranen einen ganz anderen biss und eine ganz andere lebenserfahrung mitbringen, als eben jene neuen, blitzblank geputzten weißen luder, die gerade aus der schachtel geschlüpft sind, hübsch anzusehen aber mit viel eigendynamik, einen unsauber ausgeführten drive, mit einem slice oder draw ausgleichen zu wollen, um dann in der bredouille zu landen. geschieht ihnen recht.

es wäre natürlich auch schon einmal ganz schön, länger mit einem neuen ball spielen zu dürfen. aber, man soll sich bescheiden und muss auch den ball verstehen, der natürlich lieber von einem tiger woods gespielt werden möchte und nach seinem verschwinden wahrscheinlich nur darauf lauert, von einem ballauflesenden dorfjungen gefunden und dann im bag eines traumspielers aufgenommen zu werden.

aber auch mit dem treuesten, also verschrammtesten und verdrecktesten golfball hat man nicht ewig seine freude. da sind gerade mal 50 loch gespielt, fängt er an zu zicken. landete er am letzten loch nach einem durchaus coolen chip noch neun zentimeter und damit tot neben der fahne, beliebt ‚die kleine weiße sau‘ beim nächsten loch plötzlich wie ein stein liegen zu bleiben oder ausgelassen übers grün zu hoppeln um am anderen ende im vorgrün auszurollen. glaubt mir – das liegt nur und ’nur‘ am ball, denn wechselst du beim nächsten abschlag die alte gurke aus, passieren solche dinge nicht. der neue (natürlich nicht nagelneue) ball ist so dankbar, endlich eingesetzt zu werden, dass er vor freude fast alleine ins loch hechtet und es gar nicht erwarten kann, beim nächsten drive neue rekorde aufzustellen.

anfangs, noch unwissend über das eigenleben von golfbällen, habe ich mich immer furchtbar geärgert, sie wütend durch die gegend geworfen, mit füßen getreten, ihnen tier- oder gemüsenamen gegeben oder sie einfach im müll entsorgt. mittlerweile habe ich mir angewöhnt, mich würdig von ihnen zu trennen. sie werden ordentlich gesäubert, mit der pitchgabel von unebenheiten befreit und an einer leicht zugänglichen stelle im rough, einem busch oder am rande eines seitlichen wasserhindernis ausgesetzt. mitspieler im eigenen oder im nachfolgenden flight freuen sich dann wie bolle über solche findlinge. ich reibe mir dann immer innerlich die hände, mit dem wissen, dass mit einem solchen ball nichts mehr zu gewinnen ist. „überspielte“ bälle sind ebenso, wie neue, zu allem möglichen zu gebrauchen, nur nicht zum golf spielen – achten sie mal drauf.

vieleicht schicke ich meinem freund demnächst ‚die kleinem weißen luder‘ und er bestraft sie dann mit entenfüßen und pudelmützen, danach können die sich dann nie wieder auf einem golfplatz blicken lassen oder wir packen uns zwei davon ins bag um die anderen abzuschrecken 😉

 

by tigerfour

 

Advertisements

[espresso oder die kunst der kleinen schwarzen]*

ich steh auf diese kleinen schwarzen*
das weiss der geneigte leser bereits*
der kaffee für echte kerle* 😉
ein original espresso ist klein, stark und schwarz*
ich trinke ihn am liebsten süß mit braunem zucker*

wem das reicht der darf jetzt weiter klicken*

aber es gibt mehr das man(n) über ihn wissen sollte*

im italienurlaub schmeckt uns der espresso meist besonders gut*
unser gaumen eh schon durch leckere pasta, feines olivenöl und viele frische kräuter in der richtigen stimmung und sensibilisiert, nimmt die aromen des espressos häufig als reine kaffeesinfonie wahr*
(ihr merkt ich fange an zu schwärmen)
dieses mag ein grund sein warum dann die enttäuschung groß ist, wenn der espresso im eiskaffee um die ecke nicht genauso gut schmeckt wie der kleine schwarze vom italienischen „barista“*

nach einem snack in einer kleine ‚bacari‘ oder als höhepunkt eines mehrgängigen menüs – „ein espresso krönt ein gutes essen“
außerdem ist der espresso bei den damen als kalorienarmer nachtisch äußerst beliebt*
( hab ich gehört 😉 )

ein grund mehr warum jeder kerl wissen sollte, wie man einen original italienischen espresso zubereitet*

achtung jetzt wird kluggeschis… 😉

für einen“espresso perfetto“ sollten in einer siebträgermaschine sieben bis acht gramm einer kaffeemischung für espresso, mit circa 20 kilogramm gewicht, in ein sieb gestampft (tampen) und anschließend mit heißem wasser durchgespült werden*
für die crema ist wichtig, dass das wasser einen hohen druck (9 bar) hat, sonst wird es nämlich nichts mit der heißgeliebten „crema“, die zum original italienischen espresso einfach dazugehört*
übrigens sollte der kleine schwarze zwischen 20 – 30 sekunden brauchen bis er fertig ist, um danach das kleine tässchen mit circa 25 millilitern auszufüllen*

was die mischung des kaffee’s betrifft muss wohl jeder für sich ausprobieren was ihm am besten schmeckt*

für echte siebträgermaschinen muss die espressomischung natürlich gemahlen sein*
der mahlgrad darf dabei jedoch nicht zu grob gewählt sein, da viele der aromen sonst einfach in der kaffeebohne hängen bleiben* ist die mahlung dagegen zu fein, kommt es bei der zubereitung des zu einer überextraktion von aromen und der geliebte kleine schmeckt bitter oder sauer*

wer es also versuchen will seiner lieben einen original kleinen schwarzen zu kredenzen kommt nicht umhin sich eine kleine siebträgermaschine zuzulegen oder es mit einem espresso aus dem italienischen herdkännchen zu versuchen, der schmeckt aufgrund des fehlenden wasserdrucks zwar intensiver, aber nicht unbedingt besser*

ich gebe zu das ich zuhause eine nespresso maschine ‚a la george clooney‘ habe und mir diese gute dienste leistet* ( bei meinem durchsatz aber auch kein wunder, hätte gar nicht die zeit jedesmal…) 😉

ach ja und wer nun meint ich wäre ein waschlappen weil ich meinen kleinen schwarzen mit zucker trinke, dem sei gesagt, genau das gegenteil ist der fall da ich um die karamellisierende wirkung des zucker weiß und diese auch schätze*

denen die in ihrem espresso milch vermissen sei noch gesagt:“lasst bitte die finger von fettarmer milch, denn erst 3,5- oder 3,8-prozentige milch gibt dem espresso den richtigen kick*
als „caffè macchiato“ bei fast jedem italiener zu kriegen und allemal einen versuch wert*

wenn sich allerdings die bedienung mit den worten: „e i n e n e x p r e s s o m i t m i l c h, kommt sofort“ in richtung theke umdreht solltet ihr vieleicht doch schnell die bestellung ändern und einen „schwarzen tee“ bestellen*

by tigerfour