Irrtum

[von männern und diven]*

ein ganz kleiner schlauer kopf hat mir mal gesagt: „bei uns gibt es die hochbegabten, die streber und die normalen coolen wie mich“*
dieser kleine schlaukopf gehörte dem sohn einer guten freundin und ging gerade mal 1 jahr zur schule*
ich habe damals gelacht weil die art wie er es sagte war so was von trocken und halt ‚cool’*

heute, einige zeit danach stelle ich fest, das es auch hier, in meinem kleinen und manchmal auch etwas ‚anderen‘ universum, in dieser kleinen welt die mich den ganzen tag umgibt, auch die ein oder andere ‚persönlichkeit‘ existiert, die ich im laufe der zeit kennen und hin und wieder auch lieben lernt habe*
teils freunde, teils nur bekannte, muß man doch mit allen auskommen*
mit dem einen besser und mit anderen weniger gut*

im laufe der zeit und ich spreche hier von jahren lernt man dann jeden tag sein umfeld neu kennen* jeder ein individualist, jeder was besonderes und manche haben was von einer ‚diva’*
ich weiß nicht ob das mit dem alter oder irgendwelchen kriesen zusammen hängt, aber menschen
(männer) die heute noch patent und umganglich sind, werden langsam aber sicher, sagen wir mal ‚merkwürdig‘ um nicht den ausdruck ‚zickig‘ zu gebrauchen* sie verhalten sie sich trotz jahrelanger erfahrung im umgang unter männern auf ein mal wie kleine jungs oder wie junge frauen die zum ersten mal ihre tage bekommen, so sind sie schnell beleidigt, keiner versteht sie, alle haben was an ihnen (ihm) auszusetzen* sie sind völlig kompromisslos, kritikresistent und im wahrsten sinne des wortes nicht mehr zu gebrauchen*

das dauert dann einige zeit an und schwupps wird aus dem ‚hochbegabten‘ ein ’streber‘ und aus diesem wiederum eines tages ein ganz normaler ‚cooler‘ um mit den worten des kleinen schlauen kopfes zu sprechen*

wir sind schon manchmal ganz schön komisch*

by tigerfour

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[wenn die lust an der käsetheke bleibt]*

ein altes chinesische sprichwort sagt: „die ehe ist eine lange mahlzeit die mit dem dessert beginnt“ und wer sich die mühe macht und genau hinschaut kann das jeden samstag in einem der zahlreichen einkaufscenter sehen.
dort nämlich kann man alle arten von beziehungen und partnerschaften, ob mit oder noch ohne trauring, beobachten. wer sich die mühe macht und genau hinsieht kann feststellen das es da einige unterschiede gibt…

da sind zum einen die zwei in der obstabteilung die sich wohl erst seit kurzem kennen. beide mit diesem blick den nur frischverliebte auf den lippen haben, vermutlich jeder mit eigener wohnung. gemeinsam lachend schlendern sie durch die gänge. schon hier beim einkauf bereiten sie den heutigen abend vor, auf den sich beide freuen. weil sie sich haben werden und nichts und niemanden anders brauchen. eine art „vorspiel“ für eine lustvolle nacht…

des weiteren sind sind da die zwei an der käsetheke. sie kennen sich schon lange und leben in einer „netten“ wohnung. möchten gerne noch so verliebt sein wie die beiden in der obstabteilung, aber das ist irgendwo auf der strecke geblieben. sie sucht die speisen aus. er schaut gelangweilt der frau hinter der theke in den ausschnitt, denn beide kennen den anderen in und auswendig. ‚es gibt keine geheimnisse mehr‘. man weiß alles. der einkauf ist ein sich jeden samstag wiederholender akt der den einen zweck hat, und das ist das befüllen des gemeinsamen kühlschranks. es wird nur aus einem grund gemacht. weil es damals als man sich gerade kannte, und es galt den anderen zu erkunden, immer so schön war. obwohl beide das wissen, halten sie an diesem verhalten fest mit der hoffnung das es noch mal so wird wie früher.

dann sind da noch die drei in der tchibo-ecke, sie leben schon sehr lange zusammen und kennen sich noch länger, erst in der hoffnungsvollen zweisamkeit wie unsere beiden in der obstabteilung, begierig auf einander, die tage voller lust und verlangen mit nichts ausser dem anderen im kopf und viel sex. immer und überall. danach so wie die zwei an der käsetheke, entschlossen bald ihre beziehung zu besiegel und zu heiraten. nun aber in einer art interaktiver wohngemeinschaft mit kinderbetreuungsaufgaben. alles ist zu routine verkommen, der alltag frist beide auf.
wo ist die leidenschaft geblieben? er ist genervt, funktioniert aber. sie auch genervt kauft t-shirts für ihn und ihm ist es egal welche. früher mochte sie seine art sich zu kleiden. heute geht sie für ihn klamotten kaufen. ähnlich ist es bei ihr, hat sie ihn vor der ehe noch mit hübschen dessous überrascht, ist er heute schon froh wenn sie nackt ins bett kommt.
sex? ach ja da war doch was…

„leute das kann es doch nicht sein oder?“ bewahrt euch euer ich. ändert euch nicht, denn so wie ihr damals gewesen seit wollte euch der andere mit all den kleinen macken die ihr habt. bleibt euch treu, denn nur dann seit ihr authentisch. last eure lieben so wie sie sind, denn so habt ihr sie kennen- und lieben gelernt. begegnet euch jeden tag als sei es das erste date…okay…das dritte, aber tut es. hört ’nie‘ auf damit. gesteht jedem seine kleinen geheimnisse zu. wenn ihr das schafft und ihr nur bei der wahl eines gemeinsamen fernsehprogramms nicht auf einen nenner kommt macht die flimmerkiste aus und liebt euch als gäbs kein morgen. den dann seit ihr verdammt nah an dem was im allgemeinen GLÜCK genannt wird.

by tigerfour

@2009