[original since 1964]*

das jahr war gerade mal 14 tage alt. ich erblickte das licht der welt in einem grossen krankenhaus. so wie im ganzen land noch 1.357.304 anderer kinder. es war uns nicht bewusst das wir zu dem geburtenstärksten jahrgang nach dem krieg und bis heute gehörten.

wir waren ‚die kinder der 60er und frühen 70er‘.

ein wunder das wir das überlebt haben. wir fuhren auto ohne anschnallpflicht, ohne airbags. auf dem rücksitz haben wir uns getummelt „war das ein spass“.

unsere kindermöbel waren mit gefährlicher farbe bemalt. keine kindersicherungen auf medizinflaschen, schubladen oder türen. als wir mit dem fahrrad los fuhren hatten wir weder sturzhelm noch ellbogen- oder knieschützer.

unsere eltern haben in unserer gegewart geraucht, auch in der wohnung und im auto. wir haben wasser getrunken, aus dem wasserhahn im garten bis wir keinen durst mehr hatten.

es dauerte stunden um eine seifenkiste zubauen mit der wir dann ohne bremsen einen abhang hinunter fuhren. nach einigen crashs hatte man dazu gelernt. man fuhr gegen einen baum oder in den dreck. es war egal.

tja, früher gabs auch weniger verkehr.

wir kamen nur zum mittagessen oder spät abends vom spielen wieder zurück.
man ging morgens zur schule und kam erst heim wenn man von allen bäumen die früchte unterwegs gegessen hatte. wir hatten keine handy’s so konnte auch keiner wissen wo wir gerade waren. undenkbar heute!!!

wir schnitten uns, wir brachen uns die knochen, schlugen uns die zähne aus aber es gab nie eine anzeige. keiner war schuld !!!kekse, brot, schokolade, eis und zuckerhaltige getränke usw. haben wir gegessen und getrunken. kaum einer hatte gewichtsprobleme weil wir den ganzen tag draußen am laufen und spielen waren. man teilte sich eine cola wenn man das geld hatte eine zu kaufen. alle tranken aus einer flasche und keiner ist daran gestorben.

es gab keine playstations, nintendos, x-boxes, 232 tv-sender, cd-brenner, notebooks, pc’s, chat, internet oder whatsapp. aber dafür eine menge „echter freunde !!!“.
zu fuss oder mit dem rad ging man zu freunden ohne vorher anzurufen um zu spielen.
draussen in dieser kalten, harten welt !!!

man spielte verstecken, fangen, räuber und gendarm, fussball und was weiss ich noch. wenn einer mal nicht gewählt wurde war das auch kein drama, beim nächsten mal war er wieder dabei.

wenn einer mal nicht so gut war in der schule und ein jahr wiederholen musste, war das nicht gleich ein grund, ihn gleich zum psychiater zu schicken.

wir hatten die freiheit, gute und schlechte erfahrungen zu sammeln, zu lernen was verantwortung ist. und wir lernten damit umzugehen.wenn du auch zu dieser truppe gehört hast, lass es mich wissen.
vielleicht fallen euch ja noch mehr sachen ein.
immer her damit…

by tigerfour

[die kleinen weißen luder]*

es gibt bälle und es gibt bälle.

ein guter freund und sein sohn machen seit neustem aus alten golfbällen kleine figuren die auf eine gewisse art „niedlich“ 😉 sind.

das brachte mich dazu mal was klar zustellen.

gutes golfen hat ’nichts‘ mit einem sauberen, natürlichen schwung (was ja eigentlich schon mal ein widerspruch an sich ist), oder dem richtigen (sprich teuren) schlägermaterial, oder gar in der richtigen einstellung zu spiel zutun…alles quatsch!

ein gutes spiel, liegt ausschließlich und allein am golfball. 😉
einzig dieses kleine, unintelligente, mit beulen (dimpel) übersäte runde plastikei entscheidet darüber, ob eine runde gelingt, oder nicht.

es muss so sein. wie sonst wäre es zu erklären, dass so manche nagelneuen bälle gerade mal einen oder zwei schläge durchhalten, bevor sie in einem paralleluniversum sprich hindernis verschwinden, während alte, viel erprobte kugeln eine treue an den tag legen, die ihres gleichen sucht. es hängt sicherlich damit zusammen, dass solche veteranen einen ganz anderen biss und eine ganz andere lebenserfahrung mitbringen, als eben jene neuen, blitzblank geputzten weißen luder, die gerade aus der schachtel geschlüpft sind, hübsch anzusehen aber mit viel eigendynamik, einen unsauber ausgeführten drive, mit einem slice oder draw ausgleichen zu wollen, um dann in der bredouille zu landen. geschieht ihnen recht.

es wäre natürlich auch schon einmal ganz schön, länger mit einem neuen ball spielen zu dürfen. aber, man soll sich bescheiden und muss auch den ball verstehen, der natürlich lieber von einem tiger woods gespielt werden möchte und nach seinem verschwinden wahrscheinlich nur darauf lauert, von einem ballauflesenden dorfjungen gefunden und dann im bag eines traumspielers aufgenommen zu werden.

aber auch mit dem treuesten, also verschrammtesten und verdrecktesten golfball hat man nicht ewig seine freude. da sind gerade mal 50 loch gespielt, fängt er an zu zicken. landete er am letzten loch nach einem durchaus coolen chip noch neun zentimeter und damit tot neben der fahne, beliebt ‚die kleine weiße sau‘ beim nächsten loch plötzlich wie ein stein liegen zu bleiben oder ausgelassen übers grün zu hoppeln um am anderen ende im vorgrün auszurollen. glaubt mir – das liegt nur und ’nur‘ am ball, denn wechselst du beim nächsten abschlag die alte gurke aus, passieren solche dinge nicht. der neue (natürlich nicht nagelneue) ball ist so dankbar, endlich eingesetzt zu werden, dass er vor freude fast alleine ins loch hechtet und es gar nicht erwarten kann, beim nächsten drive neue rekorde aufzustellen.

anfangs, noch unwissend über das eigenleben von golfbällen, habe ich mich immer furchtbar geärgert, sie wütend durch die gegend geworfen, mit füßen getreten, ihnen tier- oder gemüsenamen gegeben oder sie einfach im müll entsorgt. mittlerweile habe ich mir angewöhnt, mich würdig von ihnen zu trennen. sie werden ordentlich gesäubert, mit der pitchgabel von unebenheiten befreit und an einer leicht zugänglichen stelle im rough, einem busch oder am rande eines seitlichen wasserhindernis ausgesetzt. mitspieler im eigenen oder im nachfolgenden flight freuen sich dann wie bolle über solche findlinge. ich reibe mir dann immer innerlich die hände, mit dem wissen, dass mit einem solchen ball nichts mehr zu gewinnen ist. „überspielte“ bälle sind ebenso, wie neue, zu allem möglichen zu gebrauchen, nur nicht zum golf spielen – achten sie mal drauf.

vieleicht schicke ich meinem freund demnächst ‚die kleinem weißen luder‘ und er bestraft sie dann mit entenfüßen und pudelmützen, danach können die sich dann nie wieder auf einem golfplatz blicken lassen oder wir packen uns zwei davon ins bag um die anderen abzuschrecken 😉

 

by tigerfour

 

[mitternachtspasta]*

ob tagliatelle, farfalle, canneloni oder einfach nur spaghetti – nudeln machen glücklich sagt man*
ist das so und wenn ja warum?*
als kind werden wir das erstemal mit ihnen verwöhnt, sozusagen angefixt*
die werbung mit ‚mama mirácoli‘ begleitet mich wohl schon mein ganzes leben*

doch was ist dran an diesem kleinen gemisch aus hartweizengriess, wasser und salz*?
lächel: ja denn so einfach ist die zusammensetzung*

die chinesen waren es mal wieder, die schon vor 4000 jahren ihre kleinen schälchen damit gefüllt haben sollen* (sagt man, und ich dachte immer ‚da gibt es nur reis‘) 😉
marco polo soll sie dann von einer seiner reisen aus china mit nach europa gebracht haben*
aber auch in der griechischen antike wurde von nudelgerichten gesprochen* was aber eigentlich egal ist*

es sieht also so aus als würden nudeln den menschen schon seit einer ewigkeit ein lächeln auf die lippen zaubern*

achtung jetzt wird kurz klug geschi..en:
verantwortlich für die gute laune beim nudelessen ist serotonin* – ein „wohlfühl“ hormon, das, wenn nicht genug davon im körper vorhanden ist, uns gestresst, zickig, schlecht gelaunt aussehen lässt oder gar migräne und depressionen auslöst*
das gehirn produziert beim nudelessen eine ordentliche portion von dem zeug, da die komplexen kohlenhydrate der nudeln die bildung in unseren köpfen anregt* komplexe kohlenhydrate lösen diese bildung aus, weil sie tryptophane enthalten, irgendwie  wichtige aminosäure, die dafür sorgen dass die produktion von serotonin richtig gas gibt* dabei heisst es, je komplexer desto mehr enthalten sie, und umso mehr serotonin wird produziert*
fertig… 🙂

das tun andere lebensmittel auch* na klar aber die anderen machen nicht halb so viel spaß* sowohl beim essen als auch vorher schon beim kochen, oder gar schon beim einkauf mit der liebsten/dem liebsten*
ich denke jeder hat wohl sein lieblingspastarezept so wie ich auch* (lasst sie mich wissen) 😉
meine liebste variante sind „mitternachtspasta“

und so wird gemacht:

– man nehme zwei die die finger nicht von einander lassen können*

– dazu zwei gläser rotwein*

– pasta nach belieben* (sowohl in form und menge)

– ein wenig olivenöl

– frischen parmesan (gibt es eigentlich auch anderen 😉 )

– kräuter nach eigenem gusto

nun macht ihr folgendes:

ihr nehmt einen gro….
na wie man nudel kocht brauche ich euch ja wohl nicht erklären*
und was mann/frau machen bis die nudeln aldente sind auch nicht*
geniesst es einfach zu zweit zu ‚kochen’* 😉

ach ja*** so um mitternacht schmecken sie am besten und lippen des anderen auch*

probiert es aus und seid lieb zueinander*

by tigerfour

[von männern und diven]*

ein ganz kleiner schlauer kopf hat mir mal gesagt: „bei uns gibt es die hochbegabten, die streber und die normalen coolen wie mich“*
dieser kleine schlaukopf gehörte dem sohn einer guten freundin und ging gerade mal 1 jahr zur schule*
ich habe damals gelacht weil die art wie er es sagte war so was von trocken und halt ‚cool’*

heute, einige zeit danach stelle ich fest, das es auch hier, in meinem kleinen und manchmal auch etwas ‚anderen‘ universum, in dieser kleinen welt die mich den ganzen tag umgibt, auch die ein oder andere ‚persönlichkeit‘ existiert, die ich im laufe der zeit kennen und hin und wieder auch lieben lernt habe*
teils freunde, teils nur bekannte, muß man doch mit allen auskommen*
mit dem einen besser und mit anderen weniger gut*

im laufe der zeit und ich spreche hier von jahren lernt man dann jeden tag sein umfeld neu kennen* jeder ein individualist, jeder was besonderes und manche haben was von einer ‚diva’*
ich weiß nicht ob das mit dem alter oder irgendwelchen kriesen zusammen hängt, aber menschen
(männer) die heute noch patent und umganglich sind, werden langsam aber sicher, sagen wir mal ‚merkwürdig‘ um nicht den ausdruck ‚zickig‘ zu gebrauchen* sie verhalten sie sich trotz jahrelanger erfahrung im umgang unter männern auf ein mal wie kleine jungs oder wie junge frauen die zum ersten mal ihre tage bekommen, so sind sie schnell beleidigt, keiner versteht sie, alle haben was an ihnen (ihm) auszusetzen* sie sind völlig kompromisslos, kritikresistent und im wahrsten sinne des wortes nicht mehr zu gebrauchen*

das dauert dann einige zeit an und schwupps wird aus dem ‚hochbegabten‘ ein ’streber‘ und aus diesem wiederum eines tages ein ganz normaler ‚cooler‘ um mit den worten des kleinen schlauen kopfes zu sprechen*

wir sind schon manchmal ganz schön komisch*

by tigerfour

[espresso oder die kunst der kleinen schwarzen]*

ich steh auf diese kleinen schwarzen*
das weiss der geneigte leser bereits*
der kaffee für echte kerle* 😉
ein original espresso ist klein, stark und schwarz*
ich trinke ihn am liebsten süß mit braunem zucker*

wem das reicht der darf jetzt weiter klicken*

aber es gibt mehr das man(n) über ihn wissen sollte*

im italienurlaub schmeckt uns der espresso meist besonders gut*
unser gaumen eh schon durch leckere pasta, feines olivenöl und viele frische kräuter in der richtigen stimmung und sensibilisiert, nimmt die aromen des espressos häufig als reine kaffeesinfonie wahr*
(ihr merkt ich fange an zu schwärmen)
dieses mag ein grund sein warum dann die enttäuschung groß ist, wenn der espresso im eiskaffee um die ecke nicht genauso gut schmeckt wie der kleine schwarze vom italienischen „barista“*

nach einem snack in einer kleine ‚bacari‘ oder als höhepunkt eines mehrgängigen menüs – „ein espresso krönt ein gutes essen“
außerdem ist der espresso bei den damen als kalorienarmer nachtisch äußerst beliebt*
( hab ich gehört 😉 )

ein grund mehr warum jeder kerl wissen sollte, wie man einen original italienischen espresso zubereitet*

achtung jetzt wird kluggeschis… 😉

für einen“espresso perfetto“ sollten in einer siebträgermaschine sieben bis acht gramm einer kaffeemischung für espresso, mit circa 20 kilogramm gewicht, in ein sieb gestampft (tampen) und anschließend mit heißem wasser durchgespült werden*
für die crema ist wichtig, dass das wasser einen hohen druck (9 bar) hat, sonst wird es nämlich nichts mit der heißgeliebten „crema“, die zum original italienischen espresso einfach dazugehört*
übrigens sollte der kleine schwarze zwischen 20 – 30 sekunden brauchen bis er fertig ist, um danach das kleine tässchen mit circa 25 millilitern auszufüllen*

was die mischung des kaffee’s betrifft muss wohl jeder für sich ausprobieren was ihm am besten schmeckt*

für echte siebträgermaschinen muss die espressomischung natürlich gemahlen sein*
der mahlgrad darf dabei jedoch nicht zu grob gewählt sein, da viele der aromen sonst einfach in der kaffeebohne hängen bleiben* ist die mahlung dagegen zu fein, kommt es bei der zubereitung des zu einer überextraktion von aromen und der geliebte kleine schmeckt bitter oder sauer*

wer es also versuchen will seiner lieben einen original kleinen schwarzen zu kredenzen kommt nicht umhin sich eine kleine siebträgermaschine zuzulegen oder es mit einem espresso aus dem italienischen herdkännchen zu versuchen, der schmeckt aufgrund des fehlenden wasserdrucks zwar intensiver, aber nicht unbedingt besser*

ich gebe zu das ich zuhause eine nespresso maschine ‚a la george clooney‘ habe und mir diese gute dienste leistet* ( bei meinem durchsatz aber auch kein wunder, hätte gar nicht die zeit jedesmal…) 😉

ach ja und wer nun meint ich wäre ein waschlappen weil ich meinen kleinen schwarzen mit zucker trinke, dem sei gesagt, genau das gegenteil ist der fall da ich um die karamellisierende wirkung des zucker weiß und diese auch schätze*

denen die in ihrem espresso milch vermissen sei noch gesagt:“lasst bitte die finger von fettarmer milch, denn erst 3,5- oder 3,8-prozentige milch gibt dem espresso den richtigen kick*
als „caffè macchiato“ bei fast jedem italiener zu kriegen und allemal einen versuch wert*

wenn sich allerdings die bedienung mit den worten: „e i n e n e x p r e s s o m i t m i l c h, kommt sofort“ in richtung theke umdreht solltet ihr vieleicht doch schnell die bestellung ändern und einen „schwarzen tee“ bestellen*

by tigerfour

[conduire une voiture en sud de la france]*

der sommer kommt hoffentlich bald, und mit ihm das verlangen seinen wohlverdienten urlaub in fremden ländern zu verbringen. einer dieser orte ist die südküste unseres nachbarlandes frankreich. viele werden diesen sommer wieder „la vie aux côte provence“ geniessen.
damit das ganze auch beim geniessen bleibt hier ein kleiner hinweiss zum französischen „verkehr“ 😉

franzosen und autos, bzw. autofahren sind ein thema für sich, und ich hab mal gelesen warum das so ist. schuld daran das frankreich in der unfallstatistik europaweit führt ist „daniel“. in deutschland würde man diesen unschuldig klingenden namen nie mit einem verrückten taxifahrer in verbindung bringen; anders hier, hier kennt ihn jeder, denn jeder hat den film „TAXI“ gesehen. und genau diesen „daniel“ muss man kennen, sonst glaubt man nicht was einem hier alles so passiert. denn „daniel“ hat einen rennfahrertick und den scheinen alle die den film gesehen haben nun auch zu besitzen. also in autos mit nummernschildern die mit 13 (Bouches du Rhône, Marseille), 84 (Vaucluse, Avignon), 83 (Var), 06 (Côte d’Azur), 30 (Gard, Nimes),34 (Herault, Monpellier) enden sitz „daniel“ oder einer seiner fans, und deshalb sollte man sich diese nummern einprägen und sich ihnen gegenüber defensiv verhalten.

sie sind klein, diese autos in denen die „daniels“ sitzen, meistens weiß, wobei man sich schon fragt wo es autos in dieser farbe zu kaufen gibt, aber es gibt sie überall.
auch beim parken, und da ist es egal wo, ob auf dem parkplatz am einkaufszentrum, an der uferpromenade in cannes oder in einem dieser kleinen orte am meer. es ist vorsicht geboten, denn es scheint als finde ein franzose sein auto erst schön wenn diverse beulen und kratzer in den Türen oder sonst wo sind. dies gilt ins besonders für diese kleinen weißen flitzer, also augen auf.
ach so, bevor ich es vergesse, bei unfällen oder kleinen remplern in einem der vielen kreisel hier unten gilt 50/50 soll heißen jeder zahlt seinen schaden selbst, und eines gilt immer…
„AUFREGEN GEHT GAR NICHT“***

a plus tard*

[wenn die lust an der käsetheke bleibt]*

ein altes chinesische sprichwort sagt: „die ehe ist eine lange mahlzeit die mit dem dessert beginnt“ und wer sich die mühe macht und genau hinschaut kann das jeden samstag in einem der zahlreichen einkaufscenter sehen.
dort nämlich kann man alle arten von beziehungen und partnerschaften, ob mit oder noch ohne trauring, beobachten. wer sich die mühe macht und genau hinsieht kann feststellen das es da einige unterschiede gibt…

da sind zum einen die zwei in der obstabteilung die sich wohl erst seit kurzem kennen. beide mit diesem blick den nur frischverliebte auf den lippen haben, vermutlich jeder mit eigener wohnung. gemeinsam lachend schlendern sie durch die gänge. schon hier beim einkauf bereiten sie den heutigen abend vor, auf den sich beide freuen. weil sie sich haben werden und nichts und niemanden anders brauchen. eine art „vorspiel“ für eine lustvolle nacht…

des weiteren sind sind da die zwei an der käsetheke. sie kennen sich schon lange und leben in einer „netten“ wohnung. möchten gerne noch so verliebt sein wie die beiden in der obstabteilung, aber das ist irgendwo auf der strecke geblieben. sie sucht die speisen aus. er schaut gelangweilt der frau hinter der theke in den ausschnitt, denn beide kennen den anderen in und auswendig. ‚es gibt keine geheimnisse mehr‘. man weiß alles. der einkauf ist ein sich jeden samstag wiederholender akt der den einen zweck hat, und das ist das befüllen des gemeinsamen kühlschranks. es wird nur aus einem grund gemacht. weil es damals als man sich gerade kannte, und es galt den anderen zu erkunden, immer so schön war. obwohl beide das wissen, halten sie an diesem verhalten fest mit der hoffnung das es noch mal so wird wie früher.

dann sind da noch die drei in der tchibo-ecke, sie leben schon sehr lange zusammen und kennen sich noch länger, erst in der hoffnungsvollen zweisamkeit wie unsere beiden in der obstabteilung, begierig auf einander, die tage voller lust und verlangen mit nichts ausser dem anderen im kopf und viel sex. immer und überall. danach so wie die zwei an der käsetheke, entschlossen bald ihre beziehung zu besiegel und zu heiraten. nun aber in einer art interaktiver wohngemeinschaft mit kinderbetreuungsaufgaben. alles ist zu routine verkommen, der alltag frist beide auf.
wo ist die leidenschaft geblieben? er ist genervt, funktioniert aber. sie auch genervt kauft t-shirts für ihn und ihm ist es egal welche. früher mochte sie seine art sich zu kleiden. heute geht sie für ihn klamotten kaufen. ähnlich ist es bei ihr, hat sie ihn vor der ehe noch mit hübschen dessous überrascht, ist er heute schon froh wenn sie nackt ins bett kommt.
sex? ach ja da war doch was…

„leute das kann es doch nicht sein oder?“ bewahrt euch euer ich. ändert euch nicht, denn so wie ihr damals gewesen seit wollte euch der andere mit all den kleinen macken die ihr habt. bleibt euch treu, denn nur dann seit ihr authentisch. last eure lieben so wie sie sind, denn so habt ihr sie kennen- und lieben gelernt. begegnet euch jeden tag als sei es das erste date…okay…das dritte, aber tut es. hört ’nie‘ auf damit. gesteht jedem seine kleinen geheimnisse zu. wenn ihr das schafft und ihr nur bei der wahl eines gemeinsamen fernsehprogramms nicht auf einen nenner kommt macht die flimmerkiste aus und liebt euch als gäbs kein morgen. den dann seit ihr verdammt nah an dem was im allgemeinen GLÜCK genannt wird.

by tigerfour

@2009